Belästigung im öffentlichen Raum: Was Zahlen sagen – und was du dagegen tun kannst
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Belästigung im öffentlichen Raum: Was Zahlen sagen – und was du dagegen tun kannst

📅 24. April 2026 ⏱ 3 Min. Lesezeit

Parks, U-Bahn-Stationen, Parkhäuser, belebte Fußgängerzonen – Orte, die tagsüber selbstverständlich wirken, fühlen sich für viele Frauen abends ganz anders an. Das ist keine Überempfindlichkeit. Das ist Realität.

Was Studien über Frauen im öffentlichen Raum zeigen

Die Organisation Plan International hat in ihrer groß angelegten Studie "Safe in the City?" Frauen in Berlin, Hamburg, München und Köln befragt. Die Ergebnisse sind eindeutig:

  • 80 % aller markierten Orte wurden von Frauen als negativ bewertet – als unsicher oder mit Belästigung verbunden ²
  • Jede vierte Frau hat in ihrer Stadt sexuelle Belästigung erlebt ²
  • Jede fünfte Frau wurde verfolgt, beleidigt oder bedroht ²

Das Bundeskriminalamt bestätigt dieses Bild mit harten Zahlen aus dem Bundeslagebild 2023:

  • 52.330 Frauen und Mädchen wurden 2023 Opfer von Sexualstraftaten – ein Anstieg von 6,2 % gegenüber dem Vorjahr ¹
  • 180.715 Frauen waren 2023 Opfer häuslicher Gewalt – 5,6 % mehr als 2022 ¹
  • Bei digitaler Gewalt wie Cyberstalking stieg die Zahl weiblicher Opfer um 25 % auf über 17.000 gemeldete Fälle ¹
  • Fast jeden Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch einen Femizid – 360 Fälle allein im Jahr 2023 ¹

Diese Zahlen zeigen: Das Unsicherheitsgefühl von Frauen im öffentlichen Raum ist nicht unbegründet – es spiegelt eine gesellschaftliche Realität wider, die ernst genommen werden muss.

Warum Frauen oft schweigen

Viele Vorfälle werden gar nicht erst gemeldet. Laut Expertinnen liegt das Dunkelfeld bei sexueller Belästigung und Stalking um ein Vielfaches höher als die offiziellen Zahlen. Gründe dafür sind unter anderem Scham, fehlendes Vertrauen in Behörden oder die Überzeugung, dass „es ja nichts Schlimmes" war.

Doch jedes Erlebnis zählt – und jede Frau hat das Recht, sich sicher zu fühlen.

Was du konkret tun kannst

Im Alltag

  • Teile deinen Standort mit Vertrauenspersonen, wenn du allein unterwegs bist
  • Bevorzuge belebte, gut beleuchtete Routen
  • Vertraue deinem Bauchgefühl – und handle danach
  • Speichere die Notrufnummer 110 als Favoriten auf deinem Sperrbildschirm

Wenn es passiert

  • Sprich laut und direkt andere Menschen in der Nähe an: „Sie da in der blauen Jacke – bitte helfen Sie mir!"
  • Verlasse die Situation in Richtung Öffentlichkeit, nicht nach Hause
  • Erstatte Anzeige – auch wenn es schwer fällt

Mit der richtigen Ausrüstung

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Fazit: Sicherheit ist ein Recht – kein Privileg

Die Zahlen sind erschreckend. Aber sie zeigen auch, wie notwendig es ist, das Thema persönliche Sicherheit ernst zu nehmen – auf gesellschaftlicher Ebene und im eigenen Alltag. Kleine Maßnahmen können einen großen Unterschied machen.

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Quellen: ¹ Bundeskriminalamt – Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2023" ² Plan International Deutschland – Safe in the City? Schlüsselergebnisse ³ Plan International – Frauen erleben in ihren Städten Angst, Belästigung und Gewalt

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